Dienstag, 3. August 2010

[Rezension]Im Land der Feuerblume- Carla Federico

Hamburg 1852: Im Hafen begegnen sie sich das erste Mal: die junge abenteuerlustige Elisa, der nachdenkliche Cornelius und ihre Familien, die das Wagnis eines neuen Lebens in Chile eingehen wollen. Jeder erhofft sich etwas anderes von dem Land seiner Träume. Bereits auf dem Schiff, das sie in die ferne neue Heimat bringen soll, entbrennt Elisa in glühender Liebe zu dem oft so melancholischen Cornelius. Doch stets scheint dem Glück des jungen Paares etwas im Wege zu stehen: die unerbittliche Natur, die sie vor immer neue Herausforderungen stellt, aber auch Missgunst und Eifersucht 


„Im Land der Feuerblume“ entführt uns ins ferne Chile des 19 Jahrhunderts und begleitet eine Gruppe deutscher Auswanderer auf der beschwerlichen Reise nach Südamerika. Nach Platzmangel, schlechter Versorgung und einigen Katastrophen erreichen die Familien endlich Chile, doch es ist nicht das gelobte Land, das sie sich in ihren Träumen erhofft haben. Endlich angekommen, müssen sie gegen Ausbeutung, Hunger und schwere, harte Arbeit ankämpfen, bis sie schließlich am Llanquihue- See heimisch werden.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Familien, die jeweils mit ihren eigenen Schicksalen zu kämpfen als auch mit den Problemen, die alle Auswanderer betreffen. Der Autorin gelingt es hier den Eindruck zu erwecken, dass man persönlich dabei war wie sich die Reisenden in Chile eine neue Heimat aufgebaut haben. Die Charaktere sind authentisch und gut ausgearbeitet, mit Fehlern und Ecken und Kanten ausgestattet, teilweise schwierig nachzuvollziehen aber immer ihrer Linie treu. Nicht nur daran sieht man, dass sich die Autorin sehr viel Mühe mit der Recherche gegeben haben muss, denn auch die Landschaftsbeschreibungen erwecken das Gefühl, alles genau vor einem zu sehen: die Pflanzen,den See, die Berge, die Städte, einfach alles.

Auch die Handlung ist gut durchdacht und logisch aufgebaut und trotz der fast 800 Seiten, die mich anfangs,zugegebenermaßen, eine wenig abgeschreckt haben, wird es niemals langweilig, weil immer wieder eine neue Wendung auftaucht, immer wieder ein neuer Schicksalsschlag die kleine Gruppe erreicht, und das ohne künstlich konstruiert zu wirken. Abgerundet wird dies von einer tragischen Liebesgeschichte, die sich nahtlos in die Handlung über die Auswanderung einfügt, ohne sich prominent in den Vordergrund zu spielen.

Alles in allem hat mich dieses Buch sehr überrascht und begeistert und in mir den Wunsch ausgelöst, die Koffer zu packen und nach Chile zu reisen um die beschriebene Landschaft selbst in Augenschein zu nehmen. Insgesamt gibt es von mir 9 von 10 Punkte.

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