"Eine solche Kreatur kannte er allenfalls aus dem Nachtprogramm der Privatsender und auch dann schaltete er lieber um.Aber es gab keine Fernbedienung für die Realität."
Eigentlich hört es sich nach einem tollen Job an:Im Auftrag eines exentrischen Millionärs soll Will dessen luxuriöses Anwesen hüten und dafür großzügig bezahlt werden. Er ahnt nicht,dass es in der Villa eine geheime Kammer gibt und in dieser vor langer Zeit ein Artefakt verborgen wurde.Eine Gruppe Fanatiker setzt nun alles daran,diese dunkle Reliquie in ihren Besitz zu bringen,um damit ein Blutportal zu öffnen-und die Welt der Menschen ins Chaos zu stürzen...
Ich bin ein wenig zwiegespalten was meine Meinung zu "Blutportale" von Markus Heitz angeht, mein erstes Buch dieses Autors. Einerseits liest es sich sehr spannend und wird von dem Versuch geprägt, die Spannungskurve durchgängig hoch zu halten, andererseits hatte ich stellenweise nicht das Bedürfnis weiter zu lesen um zu erfahren wie es weiter geht. Außerdem beginnt es zwar mysteriös und blutig und schon nach den ersten Seiten kommt der Verdacht auf, dass sich diese Motive durch das gesamte Buch ziehen würden, allerdings habe ich gut 200 Seiten und den Auftritt von Justine gebraucht bis ich wirklich in der Geschichte drin war, was nicht zuletzt an den Beschreibungen des Fechtkampfs lag, auch wenn dieser für das Buch von entscheidender Wichtigkeit war.
Auch mit den Charakteren bin ich erst spät warm geworden, allerdings sind diese gut ausgearbeitet und besonders Justine ist mit ihrer sarkastischen und zynischen Ader und ihrer absoluten Coolness eine eindeutige Bereicherung der Geschichte. Spannend und gut erdacht waren auch Wills Visionen, besonders die aus der Vergangenheit, die für mich jedesmal ein Highlight waren. Einzig mit Saskia konnte ich als Figur nichts anfangen, was aber, dank anderer, sympathischerer Figuren okay war.
Die Handlung fand ich zum Großteil gut erdacht, stellenweise war sie allerdings etwas wirr, nicht alle Fragen konnten mir befriedigend beantwortet werden, insbesondere was die Person des Professors angeht.
Insgesamt hat mir das Buch zwar schon gefallen, wegen der langen Anlaufzeit, die mir persönlich eindeutig zu lang war,sodass ich das Buch fast abgebrochen hätte, gibt es von mir 6,5 von 10 Punkte.
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