Mittwoch, 18. November 2009

Ghostwalker 01: Die Spur der Katze- Michelle Raven

Nach einem Skandal, der ihren Ruf als Journalistin zerstört hat, flüchtet sich Marisa Pérez in das kalifornische Mariposa. Dort führt sie ein zurückgezogenes Leben, bis sie eines Tages einen nackten, verletzten Mann auf ihrer Veranda vorfindet. Sie versorgt seine Wunden und versteckt ihn vor der Polizei. Marisa ahnt nicht, dass ihr geheimnisvoller Gast in Wahrheit ein Gestaltwandler ist und sich in einen Berglöwen verwandeln kann. Coyle ist einer Bande von Mördern auf der Spur, die in der Gegend ihr Unwesen treiben. Und weil sie ihm geholfen hat, schwebt nun auch Marisa in Lebensgefahr ...

Es wurde mal wieder Zeit für ein Gestaltwandlerbuch, und nach anfänglichen Befürchtungen, dass es zu sehr anderen Büchern mit diesem Thema ähnelt, kann ich sagen, dass es zwar durchaus Parallelen zum Beispiel zu Nalini Singhs Gestaltwandlerreihe gibt, diese aber durch eine spannende, gut durchdachte Story wettgemacht werden. Die beiden Parallelhandlungen verlieren nie den roten Faden und werden am Ende gekonnt zusammengeführt, sodass sich dem Leser ein Gesamtbild ergibt. Auch die Beschreibung der Gestaltwandler- Katzen diesmal- gefiel mir gut und fand ich als passend.

Die Charaktere empfand ich ebenfalls als gut überlegt und konstruiert, jeder hat seine Eigenarten und Geheimnisse, die sie dem Leser sympathisch machen, wenngleich ich Marisa als Hauptfigur mit der Zeit als ein wenig nervig empfand.
Ein weiterer Pluspunkt war für mich, dass die Autorin davon Abstand genommen hat, alle paar Seiten wilde Sexszenen zu beschreiben wie es leider in diesem Genre zur –meiner Meinung nach- Unart geworden ist. Zwar gab es einige solche Szenen, dennoch war es bald auch wieder vorbei damit und es wurde nicht allzu sehr in den Vordergrund gerückt.

Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen und bekommt von mir 9 von 10 Punkte.


Freitag, 13. November 2009

Lyra- Christoph Marzi

Nichts läuft mehr richtig im Leben von Danny Darcy, Sänger der Folkband »Dylan’s Dogs«. Soozie, seine geliebte Frau, will sich scheiden lassen, und seine Lieder sind chronisch erfolglos. Doch anders als bei vielen verlassenen Männern ist es bei ihm ein Familienfluch. Um ihn aufzuheben, reist Darcy in die Sümpfe Louisianas – und findet eine Welt, in der Wespenkinder, lesende Baumwollspinnen und Sirenen über Leben und Tod entscheiden ...

Christoph Marzis Bücher sind bekanntermaßen besonders gut dafür geeignet, in neue, andere, fantastische Welten abzutauchen und sich mit den Charakteren durch spannende Abenteuer zu bewegen. Auch „Lyra“ ist hierbei keine Ausnahme.

In dieser Fortsetzung von „Fabula“ verwebt der Autor viele verschiedene Geschichten miteinander, die auf drei Zeitebenen miteinander verschmelzen: zum einen erfährt man einiges aus Danny Darcys Vergangenheit und seiner traurigen Kindheit in Schottland, die mit der Rebellion gegen seine Mutter ihren Höhepunkt erreicht, zum anderen spielt sein jetziges Leben mit seiner Frau Sunny in Amerika die Hauptrolle. Nebenbei wird einem aber auch ihre gemeinsame Vergangenheit nahe gebracht. Dafür bedient sich Marzi Geschichten innerhalb der Geschichte, was dem Buch eine besondere Atmosphäre verleiht: oft scheinen Hoffnungslosigkeit und Bitterkeit der Charaktere im Vordergrund zu stehen, genauso wie das Motiv der Suche nach Hilfe und einem Ausweg, die die beiden quer durch Amerika in die Sümpfe Louisianas führt. Unterstrichen wird dies durch Anspielungen auf Film, Musik und Literatur, beispielsweise „Casablanca“ oder Jack Kerouacs Buch „On the Road“.

Das Musik in diesem Buch eine besondere Rolle spielt, ergibt sich nicht nur aus dem Beruf des Protagonisten, als Extra findet sich in einer Art Anhang eine Sammlung von Songtexten, auf die der Autor innerhalb des Buches mehr als einmal Bezug nimmt und sie passend in die Handlung einbringt.

Insgesamt empfand ich „Lyra“ als eine gelungene Fortsetzung zu „Fabula“, indem die Idee mit den Sherazaden erneut aufgegriffen und verarbeitet wird. Eingebettet ist die Geschichte in die eindrucksvolle und faszinierende Welt der Sümpfe, was die Atmosphäre des Buches unterstreicht. Dabei passen sowohl Titel als auch Cover ausgesprochen gut zum Inhalt; und auch die Kapitelüberschriften sind treffend. Alles in allem gebe ich 8 von 10 Punkte, da es trotz allem im Vergleich mit Marzis anderen Büchern ein wenig zurückbleibt.

Donnerstag, 12. November 2009

SuB-Abbau

Und noch ein Buch,das ich von der SuB-Abbau Liste streichen kann:

  1. Daniel Kehlmann- Die Vermessung der Welt [angelesen, aber nach ein paar Seiten doch erst wieder weggelegt]
  2. Jerome D.Salinger- The Catcher in the Rye
  3. Edgar Allen Poe- The Murders in the Rue Morgue [gelesen]
  4. Scott McBain- Der Judasfluch
  5. Judith Hawkes- Der kalte Hauch des Flieders
  6. Marian Keyes-Unter der Decke [gelesen]
  7. Alexander McCall Smith- The right attitude to rain
  8. Edward Albee-Who's afraid of Virginia Woolf?[gelesen]
  9. Robert Musil-Die Verwirrung des Zöglings Törleß
  10. Franz Kafka- Die Verwandlung
  11. Judith Lennox-Das Winterhaus
  12. Kuki Gallmann-Afrikanische Nächte
  13. Samuel Beckett-Murphy
  14. Gail Tsukiyamo-Im Garten des Samurai
  15. Glenna MacReynolds-Schild und Feder

Montag, 9. November 2009

Der Mitternachtszirkus- Darren Shan

Darren Shan lebt ein ganz normales Teenagerleben-nett,aber irgendwie langweilig. Das ändert sich schlagartig,als der geheimnisvolle Mitternachtszirkus in die Stadt kommt. Heimlich schleicht sich Darren in die nächtliche Vorstellung-und entdeckt eine Welt,die er nie für möglich gehalten hätte.

„Der Mitternachtszirkus“ ist der erste Band um Darren Shan, der gemeinsam mit seinem Freund Steve einer in der Stadt gastierenden Freak Show heimlich einen Besuch abstattet. Was als Spaß begann, wandelt sich schnell zu einem spannenden Abenteuer für den Ich-Erzähler und Protagonisten. Er macht Bekanntschaft mit Mr. Crepsley, einem Vampir, und schon bald endet Darrens Leben wie er es kannte.

Man merkt sehr deutlich, dass es sich hierbei um eine Jugendbuchreihe handelt, sowohl in Aufmachung des Buches als auch in Sprache und Anspruch. Dementsprechend liest es sich sehr schnell herunter, wobei es aber durchgehend spannend ist. Zwar ist es ein wenig vorhersehbar und meiner Meinung zu schnell vorbei, da der richtig gute Teil erst am Ende des Buchs beginnt, trotzdem tut es dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Im Gegenteil, das Ende macht durchaus Lust auf mehr, wenngleich ich eher dazu tendiere, die Bücher auf Englisch weiterzulesen.

Die Charaktere erschienen mir ein wenig blass, wenngleich das auch daran liegen mag, dass es wirklich eindeutig ein Jugendbuch ist und ich vielleicht mittlerweile ein wenig höhere Ansprüche an Charaktertiefe- und Entwicklung stelle.

Nichtsdestotrotz war das Buch eine nette Unterhaltung für Zwischendurch, und ich bin nun erst recht gespannt auf die im Januar startende Verfilmung; der Trailer jedenfalls ist viel versprechend. Insgesamt gibt es 6 von 10 Punkte.

Samstag, 7. November 2009

SuB- Abbau 2009

Ach ja, SuB-Abbau 2009. Ich gebe zu, ich war nicht sehr erfolgreich bisher, und da mittlerweile schon November ist, stehen die Chancen nicht besonders gut, dass ich noch viel von meiner Liste lesen werde. Allerdings kann ich vermelden, dass ich ein weiteres Buch von der Liste gelesen habe, da ich es für ein Seminar an der Uni lesen musste... Somit sieht die Liste nun folgendermaßen aus:

  1. Daniel Kehlmann- Die Vermessung der Welt [angelesen, aber nach ein paar Seiten doch erst wieder weggelegt]
  2. Jerome D.Salinger- The Catcher in the Rye
  3. Edgar Allen Poe- The Murders in the Rue Morgue [gelesen]
  4. Scott McBain- Der Judasfluch
  5. Judith Hawkes- Der kalte Hauch des Flieders
  6. Marian Keyes-Unter der Decke [gelesen]
  7. Alexander McCall Smith- The right attitude to rain
  8. Edward Albee-Who's afraid of Virginia Woolf?
  9. Robert Musil-Die Verwirrung des Zöglings Törleß
  10. Franz Kafka- Die Verwandlung
  11. Judith Lennox-Das Winterhaus
  12. Kuki Gallmann-Afrikanische Nächte
  13. Samuel Beckett-Murphy
  14. Gail Tsukiyamo-Im Garten des Samurai
  15. Glenna MacReynolds-Schild und Feder

Donnerstag, 5. November 2009

Aztec Code- Stephen Cole

Fünf Jugendliche, fünf aussergewöhnliche Talente, ein Auftrag und ein verborgener Tempel ...

Von Jonahs Fähigkeit, schnell und fehlerfrei Codes zu knacken, hängt einiges ab: die Suche nach dem Schwert des Cortés, die Lösung des Rätsels um "Die Sechste Sonne" un nicht zuletzt die Rettung eines entführten Gruppenmitglieds. Doch war es überhaupt eine Entführung? Oder trüben Jonahs Gefühle seinen sonst messerscharfen Verstand?

Gut und Böse, Falsch und Richtig sind kaum zu unterscheiden ...


„Aztec Code“ ist der zweite Band um Jonah Wish und seine Freunde. Diesmal führt sie ihr Weg zunächst in ein Atomkraftwerk in Guatemala, auf der Suche nach dem sagenumwobenen Schwert von Hernando Cortéz. Doch was sie finden ist nicht das Schwert, sondern eine Gruppe Wahnsinniger, die planen, die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem sie eine uralte Aztekengöttin befreien. Vor der Kulisse des mexikanischen Dschungels kommt es zum Showdown…

Bereits von der ersten Seite hatte mich das Buch im Griff, die Geschichte fliest nur so dahin, ist dabei durchweg spannend und mit witzigen, zum Teil wirklich böse-sarkastischen Dialogen gespickt. Wie bereits im ersten Teil spielt Freundschaft und Loyalität neben Gier und Machthunger im Vordergrund, und nicht immer können die Charaktere klar dazwischen unterscheiden. Dabei bleibt Coulthard als Drahtzieher weiter ein wenig im Dunkeln, wenngleich seine Intentionen bezüglich überaus wertvoller antiker Gegenstände, die er mit dem Einsatz der fünf Jugendlichen umzusetzen sucht, hier ein wenig klarer werden, was mir gut gefallen hat, da es die Spannung innerhalb der Geschichte aufrecht erhält.

Die Gestaltung des Buches mit Rough Cut gefiel mir erneut sehr gut, auch das Cover finde ich sehr ansprechend. Sprachlich allerdings lässt die Übersetzung an manchen Stellen sehr zu wünschen übrig, ansonsten ist der Sprachstil gut und flüssig zu lesen, ohne wirklich viel Anspruch an den Leser zu stellen.

Alles in allem ist dies eine gut gelungene Fortsetzung von „Snakeroot“, die mir sogar besser gefallen hat als der erste Teil. Insgesamt gebe ich 8 von 10 Punkte.

Mittwoch, 4. November 2009

Johannes Cabal:Seelenfänger- Jonathan L. Howard

Wer seine Seele verkauft, sollte nicht mit dem Teufel spielen!
Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder ... ein fairer Deal, oder?
Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus.



Ein wenig kam es mir vor wie eine Parodie auf sämtliche Vampir-/Fantasy-/Absurditätenromane, die ich in letzter Zeit gelesen habe, wobei ich es aber als gut gelungen empfand, wenn man mal von ein paar kleinen erzähltechnischen Schwächen absieht.

Johannes Cabal ist Wissenschaftler, zumindest war es das, bis er dem Teufel seine Seele verkaufte, um seine Forschung voranzutreiben. Plötzlich fällt ihm ein, dass er seine Seele doch gerne zurück hätte, sodass er dem Teufel einen Besuch in der Hölle abstattet, die er mit der Aufgabe, in einem Jahr 100 Seelen zu fangen und einem noch nicht existierenden Jahrmarkt im Gepäck wieder verlässt. Seine größte Hoffnung in diesem Unterfangen ist sein Bruder, Horst, der vor mehr als acht Jahren zum Vampir wurde.

Die Geschichte an sich entwickelt sich langsam, nimmt aber zum Ende hin immer mehr an Fahrt auf und lässt den Leser am Ende ein wenig sprachlos zurück, der Cliffhanger ist schon ein wenig fies. Das Buch lebt hauptsächlich von der im Buch kreierten Atmosphäre, die insgesamt recht düster ist, ohne dabei zu sehr in den Horrorbereich abzurutschen. Aufgelockert wird es immer wieder durch sarkastische Dialoge und Cabals Besuchen in der Hölle, die dem Buch einen gewissen Rahmen geben. Gerade in diesen Szenen hatte ich das Gefühl, eine überaus gelungene Parodie vor mir zu haben; mehr als einmal hab ich dabei sehr gelacht.

Trotz allem weist das Buch einige Schwäche auf, besonders, dass die Hintergründe der schwierigen Beziehung der Brüder Johannes und Horst im Dunkeln bleiben, obwohl sie sicher von Bedeutung für das Gesamtverständnis der Geschichte wären. Genauso wird dem Leser nichts über Horst Tod und Wiederauferstehung als Vampir verraten, was ebenfalls einige Fragezeichen zurücklässt. So bleibt also nur zu hoffen, dass sie in den folgenden Bänden beantwortet werden.

Die Personen empfand ich als gut ausgearbeitet, dadurch, dass man weder bei Horst noch bei Johannes weiß, woran man ist, macht das Buch erst recht interessant, und auch die Nebenfiguren fördern das Lesevergnügen; der Satan hätte gerne noch ein paar Auftritte mehr haben können.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn ich gerne ein wenig mehr Hintergründe über die Beziehung der beiden Protagonisten gut geheißen hätte, insgesamt gibt es 8,5 von 10 Punkte.